hypnagogia

April 2018, Installation

 

supported by Förderungsverein Kunstuniversität Linz

thanks to
Nikoloaus Eisserer, Michael Dorfer, Gregor Göttfert, Reinhard Reisenzahn, Bernadette Stiebitzhofer and department “timebased and interactive media“ Kunstuniversität Linz

 

„Ich stehe vor dem Kühlschrank und möchte mir etwas zu Essen nehmen.
Plötzlich ist es da, dieses Gefühl, diese Bilder. Es muss 20 Jahre her sein. Vor
meiner Pubertät denke ich.
Schnüre, Fäden, Wollknäuel. Da sind sie wieder. Sie sind zu nah, als würden sie
rein visuell existieren. Ich sehe. Nein, ich spüre keine Farben. Nur Schatten und
Licht.
Ein paar Sekunden, gar nicht länger. – Aber ich erinnere mich daran.
Ich halte die Kühlschranktür und schließe die Augen.
Der Unterschied ist, dass ich dieses Mal nicht im Bett liege, kein Kind sondern im
8. Monat schwanger bin.
Früher ist es immer nur mit mir passiert, wenn ich einschlief, aber doch noch
wach war. Vielleicht alle 2 Monate oder alle 2 Wochen, das weiß ich nicht mehr
so genau.
Seile unterschiedlicher Materialität “verkrampfen” und bewegen sich so nahe an
meinen Augen vorbei, dass es kein Bild mehr sein kann. Ich bin Teil davon. Und
aus dieser bedrückenden Nähe schießen sie davon. Weit weg.
Es wird leichter, nicht mehr so bedrohlich und ich kann sie in Ruhe betrachten. So
weit weg, wie sie nun sind, scheinen die Umrisse nicht mehr so klar und hart.
Eher unscharf, größer und nicht so kontrastreich. Aber ich weiß, dass sie wieder
her kommen. Und da sind sie auch schon. Wann es aufhören wird, weiß ich nicht,
da ich es nicht steuern kann und mich auch nicht bewegen kann. Manchmal
schlafe ich dann ein, manchmal wache ich danach zur Gänze auf.“